Logbuch Wangerooge – Tag 16

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„Ich hab‘ ein Haus, ein wunderschönes Haus, ein Äffchen und ein Pferd, die schauen dort zum Fenster raus…“

Immer wieder kommt einem dieses Liedchen von Pippi Langstrumpf in den Kopf oder man summt sogar die Melodie , wenn man durch die Gänge der Villa Kunterbunt läuft oder den großen Platz zwischen den Gebäuden überquert und überall Kinder spielen sieht oder Eltern, die sich gemütlich in Grüppchen zusammensetzen. Es ist eine so anheimelnde, warme Atmosphäre, es steckt so viel Mühe und Herzblut im Detail, alles ist farbenfroh und einladend gestaltet und überall begegnet man freundlichen Menschen…

Es passt also wunderbar, diesen wunderschönen Ort „Villa Kunterbunt“ zu nennen. Doch natürlich sah es hier nicht immer so aus und nicht zu allen Zeiten war es so friedlich und nett wie heute. Der Gebäudekomplex des jetzigen Kurhauses wurde in den 1930er Jahren für die damalige Luftwaffe gebaut. Wie ich hier schon erzählt habe, war Wangerooge aufgrund seiner strategischen Lage ein wichtiger militärischer Stützpunkt. Ich fand es erstaunlich, wie nahezu unverändert die äußere Ansicht des Gebäudes geblieben ist.

Später nach Kriegsende wurde es einer zivilen Nutzung zugeführt und diente in den 1950er und 1960er Jahren als sogenanntes Kinderverschickungsheim und hieß „Bremer Heim“. Kinderverschickung waren meist 6-wöchige Kuraufenthalte für Kinder insbesondere in der Nachkriegszeit, teilweise aber bis in die 1990er Jahre. Als etwas Gutes gedacht, waren diese Kuraufenthalte zur Rehabilitation von kranken, mangelernährten oder schwächlichen Kindern, leider sehr oft jedoch eher eine Tortur. Die Kinder litten nicht selten unter Strenge, Esszwang, Heimweh oder noch schlimmerem.

Was für ein Glück, dass wir hier heutzutage so unbeschwerte Tage erleben können und vor allem, dass wir gemeinsam hier sind!!

Nachdem ich heute morgen einen vollen Terminkalender hatte und nach einer wunderschönen Nordic Walking Tour durch die Dünen und am Strand zurück noch zwei andere Behandlungen hatte, war der Nachmittag wieder frei. Diesen wollte ich heute gemeinsam nur mit dem Kleeblättchen verbringen. Das Schwälbchen ging deshalb nach der Mittagspause wieder in die Betreuung und zwar ganz ALLEINE, auch den Weg!!!!

Dann nahmen wir unsere Räder und fuhren in den Ort. Auch heute stöberten wir zusammen nach ein paar Souvenirs, erkundeten hier und da und nahmen uns vom Bäcker etwas leckeres mit an den Strand.

Mit einem kleinen Snack für den Schwalbenjungen und ein paar Erdbeeren und Pfirsichen ging’s zurück zum Kurhaus. Um 16.45 Uhr hatte der Schwalbensohn noch Kindersport am Strand, das Schmetterlingsmädchen ging mit ihren Freundinnen noch zu einer Nordic Walking Runde am Strand entlang in die Stadt und das Kleeblättchen und ich packten die Badesachen und folgten ebenfalls an den Strand.

Als das Schwälbchen nach dem Sport zu uns stieß, ging’s gleich rein ins Wasser! Das war heute herrlich, lag ruhig da wie ein Spiegel und fühlte sich nicht mal kalt an! Allerdings mussten wir ziemlich weit laufen, denn es war Ebbe und der Strand riesig breit!

Frisch geduscht, schafften wir es pünktlich und hungrig zum Abendessen und danach ließen wir den Tag gemütlich auf dem Spielplatz ausklingen und erhaschten immerhin noch einen Blick auf die rötlich schimmernde abendliche Junisonne über die Dünen…

Sonnenaufgang: 04.58 Uhr

Sonnenuntergang: 21.56 Uhr

Ebbe: 06.15 und 18.39 Uhr

Flut: 00.07 und 12.31 Uhr

Schrittanzahl: 14.274

Besonderes: Heute hat der Schwalbensohn einen Bernstein am Strand gefunden!!! Tatsächlich, und er hatte von den anderen Kindern hier bereits gewusst, wie er aussieht, heißt und dass er etwas besonderes ist!!!!

2 Kommentare

  1. Pingback: Logbuch Wangerooge – Tag 21 |

  2. Die Berichte jeden Tag sind so voller Begeisterung und Freude, dass man nur sagen kann: Besser konntet ihr es nicht treffen. Auch, dass es für die Kinder Erholung und keine belastende Betreuung ist, ist ein großer Gewinn! Und das i-Tüpfelchen ist heute noch der kleine Schatzfinder mit seinem Bernstein.
    Habt weiterhin noch viel Spaß!

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